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Installation und Konfiguration des Teledat X120 (gentoo Linux)


Das verwendete System ist ein Laptop mit dem Kernel 2.4.20-wolk.4.10s-pre7. In diesem Kernel sind standardmäßig keine Treiber für einen Fritz!xUSB ISDN-Adapter integriert, also muss man die Module selbst kompilieren.

Als erstes müssen wir sicher gehen, dass alle benötigten Module im Kernel aktiviert sind.
Insgesamt werden wir folgende Module brauchen:

usbcore, usb-uhci, (ehci-hcd,) slhc, fxusb, kernelcapi, capiutil, capidrv, capi, capifs, isdn

Dies prüfen wir, indem wir die Kernelconfig betrachten:

cd /usr/src/linux && make menuconfig
[*] Code maturity level options — Prompt for development and/or incomplete code/drivers
<M> USB Support — Support for USB
[*] USB Support — Preliminary USB device filesystem
<M> USB Support — UHCI (Intel PIIX4, VIA, …) support
<M> USB Support — EHCI HCD (USB 2.0) support (EXPERIMENTAL)
[*] Plug and Play configuration — Plug and Play support
<M> ISDN subsystem — ISDN support
[*] ISDN subsystem — Support synchronous PPP
<M> ISDN subsystem — Active ISDN cards — CAPI2.0 support
<M> ISDN subsystem — Active ISDN cards — CAPI2.0 /dev/capi support
[*] ISDN subsystem — Active ISDN cards — CAPI2.0 filesystem support
<M> ISDN subsystem — Active ISDN cards — CAPI2.0 capidrv interface support

Kompiliert nun Euren Kernel neu (wenn nötig):

make dep && make clean bzImage modules modules_install
mount /boot
mv /boot/bzImage /boot/bzImage.alter_kernel
cp arch/i386/boot/bzImage /boot/bzImage

Bootet neu, falls Ihr einen neuen Kernel habt machen müssen.

Jetzt brauchen wir noch einige Programme:

emerge coldplug capi4k-utils isdn4k-utils

Danach tauchen drei neue rc-Scripte in /etc/init.d/ auf. Wenn gewünscht, könnt Ihr diese beim Booten starten lassen:

rc-update add coldplug default
rc-update add capi default
rc-update add isdn default

coldplug aktiviert den Namen betreffend, capi aktiviert die Treiber, isdn startet das Interface ippp0.

Brauchbar fuer die Benutzung von USB-Geraeten sind die usbutils:

emerge usbutils

Mit dem Befehl lsusb können nun die angeschlossenen Geräte in der Konsole betrachten werden.

lsusb -v

Wer es graphisch mag, kann noch usbview installieren.

emerge usbview && usbview

Entpackt nach dem Downloaden das TarArchiv, wechselt in das neu entstandene Verzeichnis und übersetzt das Programm. Achtet vorher darauf, dass das Teledat X120 angeschlossen ist und mit lsusb aufgelistet wird!

tar -xvf teledat-1.4.tar && cd teledat-1.4
./configure && make && make install

Ermittelt die Abhängigkeiten zwischen den Kernel-Modulen neu und ermöglicht das automatische Erkennen der Telefonanlage.

depmod -a

Wichtig ist nun noch ueber isdnctrl das ippp0-Interface zu konfigurieren:

isdnctrl addif ippp0
isdnctrl eaz ippp0 <msn> (? msn fuer die Einwahl (eine Euerer Telefonnummern))
isdnctrl addphone ippp0 out <nummer> (? Nummer des Providers)
isdnctrl l2_prot ippp0 hdlc
isdnctrl l3_prot ippp0 trans
isdnctrl encap ippp0 syncppp
isdnctrl secure ippp0 on (? keine Einwahl von ausserhalb erlauben)
isdnctrl dialmode ippp0 manual (? Einwahl nur per Hand, also nicht automatisch bei Anfrage)
isdnctrl huptimeout ippp0 180 (? Auflegen nach 180 Sek ohne Traffic)
isdnctrl writeconf (? Einstellungen abspeichern)

Falls ihr einen Provider gewählt habt, bei dem ihr Euch anmelden müsst (kein Call-by-Call, bei dem die Abrechnung über die Telekom läuft), tragt Euere Daten in die Datei /etc/ppp/pap-secrets ein:

vim /etc/ppp/pap-secrets

 

# /etc/ppp/pap-secrets

‚provider‘ * ‚internet‘

# was so viel bedeutet wie:
# ‚Anmeldename@provider.de‘ * ‚Kennwort‘

Tragt zur Sicherheit in die Datei /etc/modules.autoload die Namen der Module ein, die automatisch beim
Booten geladen werden sollen:

vim /etc/modules.autoload

 

# /etc/modules.autoload

usbcore
fxusb
isdn
slhc
capidrv

Tragt in die Datei /etc/capi.conf folgende Zeile ein, damit der Capi-Treiber auch weiß, mit welchem Gerät er es zu tun hat. Die anderen Einträge können auskommentiert werden (bzw. sollten), es sei denn, Du hast eine zweite ISDN-Karte, die auf einen Eintrag passt.

vim /etc/capi.conf

 

# /etc/capi.conf

fxusb b1.t4 DSS1 – – – –

Jetzt kann neu gebootet werden.
Oder Du lädst die Module per insmod und startest die rc-Scripte manuell.

‚lsmod‘ muss nun mindestens dieses hier ausgeben (an Modulen):

capi, capifs, usb-uhci, ehci-hcd, capidrv, isdn, slhc, fxusb, kernelcapi, capiutil, usbcore

Wenn ihr nun ‚usbview‘ startet, muss der ISDN-Connector in schwarzer Schrift angezeigt werden; wird er in roter Schrift angezeigt, funktionieren zwar Eure USB-Treiber, aber nicht die Capi- oder Fritz!xUSB-Treiber.

Jetzt kommt der Moment, sich einzuwählen:

/sbin/isdnctrl dial ippp0 && sleep 3s

Es sollte nun kein Fehler zurückgegeben werden. Probiert mit einem Ping auf z.B. www.gentoo.de aus, ob alles
funktioniert. Danach könnt ihr hiermit wieder auflegen:

/sbin/isdnctrl hangup ippp0

Wenn das gelingt, könnt Ihr ab sofort über Euer Teledat X120 ins Internet! Beachtet, dass die Datei /etc/resolv.conf einen Nameserver enthalten muss, sonst funktioniert die IP-Adressauflösung nicht. Wenn ihr Euch eingewählt habt, gebt ‚route‘ in die Konsole ein. Unter default muss als Gateway die IP-Adresse Eures Providers sein.


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